Fr
25
Dez
2009
Im Januar 2009 verlor ich plötzlich einen Menschen, der mir viel bedeutete. Der Tod kam plötzlich, obwohl schon älter, kam er unerwartet… er starb auf dem OP Tisch bei einer Bypass Operation. Vor etwa 10 Jahren waren ihm schon mehrere Bypasse eingesetzt worden, und so rechnete auch diesmal keiner mit Komplikationen. Er, Mitte 70, sprühte vor Energie und Lebenswillen.
Ich erfuhr von seinem Tod aus der Zeitung, weil seine Frau vor lauter Eifersucht, mich nicht informiert hatte. Und ein wirklicher Abschied von ihm war mir auch nicht vergönnt, er wurde an einem mir unbekannten Termin auf See bestattet.
Einem Tag nachdem ich die Nachricht erhielt, wollte ich den Müll entsorgen. Kaum war ich an der Müllbox kam ein Rabe geflogen, setzte sich auf die Box und fing an zu erzählen…okay er krächzte nur…aber es war schon seltsam…dieser Rabe saß genau vor mir und „erzählte“.
Seitdem ist fast ein Jahr vergangen, und wann immer ich die Augen schließe sehen ich diesen Freund auf mich zukommen und „Moin Moin mein Schatz“ rufen. Ich sehe seine blauen Augen blitzen, rieche sein Rasierwasser und fühle wie er mich in den Arm nimmt.
Wohl gemerkt dieser Mann war nicht mein Geliebter, nicht mein Partner sondern ein Freund. Uns verband eine große Liebe, rein platonisch. Vielleicht wenn nicht er und ich gebunden gewesen wären, wäre es „mehr“ geworden… aber so war es „nur“ Liebe.
Ich habe die Raben seitdem häufig auf dem Fußballplatz vor unserem Haus gesehen, hinter den Häusern waren sie nie.
Heute Mittag aber war dieser eine dicke Rabe plötzlich hinter dem Haus in unserem Garten, spazierte über den Gartenzaun und krächzte… er blieb fast ein halbe Stunde und saß krächzend auf dem Zaun.
Erst als ich hinaus ging in den Garten und rief „Na alter Junge, Moin Moin und Frohe Weihnachten“ flog er davon.
Ich weiß für viele von Euch mag diese Geschichte seltsam oder verrückt klingen, für mich war es wie ein leiser Gruß aus einer anderen Welt
Frohe Weihnachten!