Wer wird Gartentier des Jahres 2018

Auch 2018 ruft die Heinz Sielmann Stiftung wieder zur Wahl des "Gartentier des Jahres" auf und startet am 30. April die Online-Abstimmung.

Mit der Aktion möchte die Stiftung auf
den dramatischen Rückgang der
biologischen Vielfalt in unserer
Kulturlandschaft hinweisen.
Vor allem Insekten und Vögel leiden
unter dem Verlust ihrer Lebensräume
oder dem Einsatz von Pestiziden in der
Landwirtschaft.
"In strukturreichen und naturnahen
Gärten fühlt sich eine Vielzahl
von Insekten wohl.

Jeder Gartenbesitzer kann dazu beitragen, den teils gefährdeten Arten
eine Heimat zu geben", erläutert Insektenspezialist
Dr. Hannes Petrischak von der Heinz Sielmann Stiftung.
In diesem Jahr stehen sechs für Gartenfreunde nützliche Insekten
zur Wahl. Die Larven des Siebenpunkt Marienkäfers fressen etwa
Blattläuse. Auch der Nachwuchs der Hainschwebfliege vertilgt die
lästigen Pflanzenläuse mit großem Appetit. Die imposanten Hornissen
interessieren sich nicht für Kuchen und Süßgetränke, sondern erbeuten
unangenehme Plagegeister wie Wespen, Bremsen oder Stubenfliegen. Andere Insekten tragen maßgeblich dazu bei, die Gemüse- und Obsternte
zu steigern. "Schmetterlinge wie der Kleine Feuerfalter sind
natürlich einfach schön anzusehen! Auch der Glänzende
Blütenprachtkäfer macht seinem Namen alle Ehre", so Petrischak weiter
. Doch die Blütenbesucher übernehmen eine wichtige Funktion im
Ökosystem. Viele Pflanzen sind auf die Bestäubung von Insekten
angewiesen. Auch Nutzpflanzen sind hiervon nicht ausgenommen.
Es ist zum Beispiel bekannt, dass die Qualität der Erdbeerernte
deutlich gesteigert wird, wenn Insekten von Blüte zu Blüte fliegen.
Erdbeerblüten können auch durch den Wind bestäubt werden,
die Früchte sind dann allerdings verformt und bleiben klein.
Auch die Dunkle Erdhummel fliegt auf Erdbeeren und natürlich
viele andere Gartenpflanzen. Naturfreunde können unter www.sielmann-Stiftung.de/gartentier
aus den sechs Kandidaten wählen.
Unter allen Teilnehmern verlost die Stiftung attraktive Preise.
Die Abstimmung endet am 10. Juni. Das Gartentier des Jahres
wird am 11. Juni 2018 bekannt gegeben.

Die Heinz Sielmann Stiftung vergibt seit 2010 die Auszeichnung zum Gartentier des Jahres. Im letzten Jahr gewann das Rotkehlchen den Publikumspreis. In diesem Jahr stehen sechs Insekten zur Wahl. Insektenspezialist Dr. Hannes Petrischak erklärt Wissenswertes zur Lebensweise der Kandidaten:

Der Siebenpunkt
Marienkäfer
(Coccinella
septempunctata)
trägt
klassisch rote Flügeldecken.
Sicher zu erkennen ist er an den
sieben schwarzen Punkten.
Die Larven ernähren sich von
Blatt- und Schildläusen,
Spinnmilben, Wanzen und anderen
Insekten. Im Garten ist der
Siebenpunkt-Marienkäfer ein
nützlicher Helfer.
Der Kleine Feuerfalter (Lycaena
phlaeas) ist mit einer maximalen
Flügelspannweite von 27
Millimetern tatsächlich eher ein
Zwerg unter den Tagfaltern.
Zu erkennen ist er an den
orange-roten Vorderflügeln,
die mit einem breiten,
dunkelbraunem Rand abschließen.
Er besiedelt schnell neue
Lebensräume. Um ihm im eigenen
Garten Nahrung anzubieten,
kann man Berg-Aster
(Aster amellus), Roß-Minze
(Mentha longifolia),
Tauben-Skabiose (Scabiosa
columbaria), Heidekraut
(Calluna vulgaris), Wasserdost
(Eupatorium cannabinum) oder
Thymian (Thymus vulgaris)
pflanzen.
Die Dunkle 
Erdhmmel
(Bombus terrest
ris) gehört zur
Familie der echten Bienen.
Die Königinnen werden bis zu
23 Millimeter groß. Auf dem
schwarzen Rumpf trägt die
Erdhummel eine ein Millimeter
breite braungelbe Querbinde.
Außerdem erkennt man sie an den
grauweiß gefärbten Stellen am
Hinterleib. Sie sammelt Nektar
und Blütenpollen. Oft ist sie
schon sehr früh im Jahr, ab
Februar oder März, auf der Suche
nach Nahrung und einem passenden
Ort für ein Nest. Dafür wählt
sie gern verlassene Mäusenester
aus.

Mit nur etwa sieben Millimetern
Körperlänge ist der Glänzende
Blütenprachtkäfer
(Anthaxia nitidula) leicht zu
übersehen. Doch die fehlende
Körpergröße macht er mit seinem
metallisch glänzenden Körper
wett. Die Weibchen sind goldgrün,
messingfarben oder purpurrot,
ihre Flügeldecken sind blaugrün.
Die Männchen schillern von Kopf
bis Fuß grünlich. Die Käfer sind
tagaktiv und fressen gern an den
Blüten von Wildrosen, haben aber
auch eine Vorliebe für gelbe
Wiesenblumen.

Die Hainschwebfliege
(Episyrphus balteatus) ist die
wohl bekannteste Schwebfliege.
Man erkennt sie gut an ihrem
langen schlanken Körper,
dem dunkel geringelten
Hinterleib und dem gelben
Gesicht. Mit ihrer Färbung
imitiert sie Wespen und Bienen
und hofft so, von Feinden verschont zu bleiben. Die Weibchen der
Hainschwebfliege können hier überwintern. Die meisten Tiere treten
aber eine weite Wanderung über die Alpen oder die Pyrenäen bis in
den warmen Süden Europas an, um den kalten Temperaturen zu
entfliehen. Die Larven schlüpfen im Frühjahr und fressen unter
anderem Blattläuse.
Die Hornisse (Vespa crabro) fällt
auf Grund ihrer Größe besonders
auf. Mit bis zu 35 Millimetern
Körperlänge sind die Hornissen-
Königinnen deutlich größer als
Wespen. Doch das ist kein Grund
sich vor Ihnen zu fürchten.
Hornissen gelten als deutlich
friedfertiger als die kleineren
Verwandten. Die ausgewachsenen
Tiere ernähren sich von Nektar
und Pflanzensäften. Die Larven
werden mit Insekten gefüttert.
Dabei stehen auch Fliegen,
Bremsen oder Wespen auf dem
Speiseplan. Das kunstvolle und filigrane Papiernest bauen die
staatenbildenden Insekten am liebsten in hohle Bäume hinein. Fehlen
diese, weichen die Tiere auch auf Dachbalken oder Nistkästen aus.

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