Vom Marlboro Man bis zum Finanzminister
Vom Marlboro Man bis zum Finanzminister
Es war einmal der Marlboro Man.
Cowboyhut, Pferd, weite Prärie, Sonnenuntergang – und natürlich eine Zigarette im Mundwinkel.
Damals stand die Zigarette für Freiheit, Abenteuer und ein bisschen „Ich mach mein Ding“.
Heute steht sie offenbar zunehmend für etwas ganz anderes:
„Ich mach mein Ding – aber der Staat macht den Preis.“ 😏
Die schwarz-rote Koalition will die Tabaksteuer kräftig erhöhen. Geplant sind ab 2027 regelmäßige Erhöhungen über vier Jahre. Die Bundesregierung nennt dabei gleich zwei Gründe: Haushaltskonsolidierung und Gesundheitsschutz.
Und genau da wird es interessant
Denn die Tabaksteuer war ursprünglich auch als Teil der Gegenfinanzierung einer geplanten Entlastungsprämie vorgesehen. Inzwischen ist sie ausdrücklich eine Konsolidierungsmaßnahme für den Bundeshaushalt.
Für eine durchschnittliche Packung mit 20 Zigaretten nennt der Gesetzentwurf einen gewichteten durchschnittlichen Kleinverkaufspreis von 8,77 Euro ab 2027, 9,56 Euro 2028, 10,42 Euro 2029 und 11,36 Euro 2030. Gleichzeitig sollen die zusätzlichen Steuereinnahmen von rund 756 Millionen Euro im Jahr 2027 auf 3,59 Milliarden Euro bis 2030 steigen.
Gesundheitsschutz UND mehr Geld für den Haushalt.
Praktisch heißt das:
👉 Rauchen soll weniger attraktiv werden.
👉 Der Staat nimmt gleichzeitig mehr Geld ein.
👉 Und wer trotzdem raucht, finanziert einen Teil des Ganzen mit.
Das ist dann wohl die moderne Version des Marlboro Man:
Früher: „Come to where the flavor is.“
Heute: „Come to where the Steuer ist.“
Und nach dem Motto:
„Wenn du entlastet werden willst, wird es eben teuer.“
Tja…
Der Marlboro Man ist längst vom Pferd gestiegen.
Jetzt reitet offenbar die Steuer auf dem Rauch davon. 🚬💨
Und irgendwo sitzt wahrscheinlich noch jemand und fragt sich:
„War das jetzt Gesundheitspolitik – oder Haushaltspolitik mit Gesundheitsetikett?“
Eine Frage, die sich jeder selbst beantworten darf.