Mutterschutz für Selbstständige: Jetzt ist gemeinsame Verantwortung gefragt
Aus Sicht des Vereins Mutterschutz für Alle! e. V. darf die Diskussion nicht auf Oppositionsanträge begrenzt bleiben. Auch aus der Union gibt es seit Jahren Unterstützung für das Anliegen. Bereits 2023 brachte die CDU/CSU-Bundestagsfraktion einen eigenen Antrag ein. Inzwischen haben CDU, CSU und SPD den Mutterschutz für Selbstständige im Koalitionsvertrag vereinbart. Bundesfamilienministerin Karin Prien hat einen Gesetzentwurf noch für 2026 angekündigt.
„Wir sprechen seit Jahren darüber, wie wir angesichts des Fachkräftemangels und der Nachfolgesorgen vieler Betriebe mehr Frauen für Gründungen und Unternehmensnachfolgen gewinnen können. Wir wollen, dass Frauen mutig sind, Verantwortung übernehmen und eigene Unternehmen aufbauen. Aber was bieten wir ihnen eigentlich, wenn sie Kinder bekommen? Ausgerechnet während Schwangerschaft und Geburt fehlen ihnen verlässliche Rahmenbedingungen. Gleiche Chancen sind keine besondere Unterstützung, sondern eine Selbstverständlichkeit – und liegen zugleich in unser aller wirtschaftlichen Interesse“, sagt Johanna Röh, Vorsitzende des Mutterschutz für Alle! e. V.
„Dass die Ausgestaltung einer gesetzlichen Absicherung komplex ist, steht außer Frage. Aber die Komplexität darf kein Grund sein, dass wir bei der Umsetzung nicht schneller vorankommen. Dass diese Lücke so lange bestehen konnte, sollte vielmehr Ansporn sein, jetzt gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Wir erwarten, dass in den kommenden Monaten erste konkrete Schritte erkennbar werden und die Bundesregierung deutlich macht, welchen gesetzlichen Weg sie einschlagen will.“
Quelle:Mutterschutz für Alle! e. V