Gewürdigt wurden damit insbesondere seine Bemühungen um eine neue Ostpolitik, die Verständigung mit den östlichen Nachbarn der Bundesrepublik und die Sicherung des Friedens in Europa.
Brandts Politik stand für den Versuch, die Beziehungen zwischen Ost und West durch Dialog, Annäherung und gegenseitige Anerkennung zu verbessern. Für diese historische Leistung erhielt er als vierter Deutscher den Friedensnobelpreis.
Ein Augenblick der Einigkeit im Deutschen Bundestag
Am selben Tag wurde in Bonn im Bundestag über den Bundeshaushalt für 1972 debattiert. Die Auseinandersetzungen zwischen der sozialliberalen Koalition und der CDU/CSU-Opposition waren, wie schon in den vorangegangenen Jahren, von scharfen politischen Gegensätzen geprägt.
Doch kurz nach 17 Uhr trat ein besonderer Moment ein: Bundestagspräsident Kai-Uwe von Hassel unterbrach die Sitzung und verkündete die Nachricht aus Oslo:
„Ich erhalte soeben die Nachricht, dass die Nobelpreiskommission des norwegischen Parlaments heute dem Herrn Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland den Friedensnobelpreis verliehen hat.“
Beifall über Parteigrenzen hinweg